Es ist zum Heulen. Da fragt man mal auf Twitter, wie der Rasierblog gefällt, und dann sowas:
https://twitter.com/ArzonCnaster/status/794885803109388288/photo/1
Das Schlimme daran: Es ist historisch korrekt. Wer keinen Bart hatte, war kein echter Mann. Aber damals durfte man den Stahl ja auch noch mit sich herumtragen und musste ihn nicht im Bad verstecken.
In diesem Rasier-Blog berichte ich von aktuellen Experimenten, neuesten Spielereien und Produkten rund ums Rasieren. Alles subjektiv und nur zur Gaudi. Wer noch mehr übers Rasieren lesen will, für den gibt es mein Buch "Männersache Rasieren".
Samstag, 5. November 2016
Moroccan Rhassoul: Rasierpaste von Meißner Tremonia
Maroccan Rhassoul ist eine Rasiercreme aus dem Hause Meißner. Sie ist etwas bröseliger als andere Cremes und wird daher von Meißner als Rasierpaste bezeichnet.
Ich habe eine Woche lang eine 10-Gramm-Probe im Einsatz gehabt und berichte hier von meinen Eindrücken. Bitte immer daran denken, dass so etwas immer eine sehr subjektive Sache ist und es letztlich jeder anders empfinden wird.
Duft: Einfach nur cool. Die Maroccan Rhassoul macht ihrem Namen alle Ehre und riecht geheimnisvoll orientalisch. Nach den ganzen industriellen Düften, die man heutzutage erdulden muss, ist das eine wirklich willkommene Alternative. Ich kann mir diesen Duft bestens ganzjährig vorstellen und empfehle jedem, ihn einmal auszuprobieren. Sein einziger Nachteil ist, dass er sehr schnell verfliegt. Wer lieber länger etwas davon hat, könnte sich noch das Aftershave dazu besorgen, das ich allerdings nicht ausprobiert habe.
Schaumfreude und Gleitfähigkeit: Bei mir bleibt der Schaum sehr flach, und wenn ich nicht aufpasse, dann beginnt mein Rasierer zu hoppeln. In dieser Disziplin ist die Rhassoul nicht so gut. Wer mein Rasier-Buch kennt, weiß dass ich ein Fan der Ölgrundierung bin, und ohne die würde mir diese Creme wenig Spaß machen. Mit Öl funktioniert aber alles bestens. Weil der Schaum so flach ist, schreit die Creme nach kleineren und festeren Pinseln, die den Schaum stärker außen entstehen lassen. Im Pinselinneren ist er schnell verloren.
Würde ich sie wieder kaufen? Vielleicht. Der Duft ist toll, aber ich mag lieber schaumfreudige Cremes. Die Maroccan Rhassoul steht dennoch definitiv auf meiner Liste der empfehlenswerten Rasiercremes.
Ich habe eine Woche lang eine 10-Gramm-Probe im Einsatz gehabt und berichte hier von meinen Eindrücken. Bitte immer daran denken, dass so etwas immer eine sehr subjektive Sache ist und es letztlich jeder anders empfinden wird.
Duft: Einfach nur cool. Die Maroccan Rhassoul macht ihrem Namen alle Ehre und riecht geheimnisvoll orientalisch. Nach den ganzen industriellen Düften, die man heutzutage erdulden muss, ist das eine wirklich willkommene Alternative. Ich kann mir diesen Duft bestens ganzjährig vorstellen und empfehle jedem, ihn einmal auszuprobieren. Sein einziger Nachteil ist, dass er sehr schnell verfliegt. Wer lieber länger etwas davon hat, könnte sich noch das Aftershave dazu besorgen, das ich allerdings nicht ausprobiert habe.
Schaumfreude und Gleitfähigkeit: Bei mir bleibt der Schaum sehr flach, und wenn ich nicht aufpasse, dann beginnt mein Rasierer zu hoppeln. In dieser Disziplin ist die Rhassoul nicht so gut. Wer mein Rasier-Buch kennt, weiß dass ich ein Fan der Ölgrundierung bin, und ohne die würde mir diese Creme wenig Spaß machen. Mit Öl funktioniert aber alles bestens. Weil der Schaum so flach ist, schreit die Creme nach kleineren und festeren Pinseln, die den Schaum stärker außen entstehen lassen. Im Pinselinneren ist er schnell verloren.
Würde ich sie wieder kaufen? Vielleicht. Der Duft ist toll, aber ich mag lieber schaumfreudige Cremes. Die Maroccan Rhassoul steht dennoch definitiv auf meiner Liste der empfehlenswerten Rasiercremes.
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Du könntest jetzt mein Rasier-Buch kaufen, um mehr über Rasiercreme zu lesen.
Freitag, 4. November 2016
Hilfe, mein Rasierpinsel trocknet nicht
Nimm deinen Rasierpinsel abends mal in die Hand und fühle, ob er sich noch feucht anfühlt. Schock: Die Chancen sind hoch, dass er jetzt im Herbst tatsächlich noch fühlbar feucht ist. Woran liegt das?
Vielleicht daran, dass man nicht so einfach merkt, wieviel Feuchtigkeit noch im Pinsel steckt und man sich einfach die Feuchtigkeit nur einbildet, weil man genauer hinsieht als sonst? Das könnte sein, aber ich habe eine Feinwaage im Bad stehen (ja, ich weiß, du bist nicht der erste, der darüber lacht). Damit kann ich solchen Dingen auf den Grund gehen und kann versichern: Mein Pinsel war erst nach zwei Tagen so trocken wie sonst nach einem, und ganz trocken war er auch nach drei Tagen nicht. Ein Wahrnehmungsfehler war das also nicht.
Schütteln wir unsere Pinsel nach der Zeitumstellung schlampiger aus, weil unsere Routine unterbrochen wurde? Unwahrscheinlich. Die viel plausiblere Erklärung ist das Wetter.
Luft nimmt umso mehr Feuchtigkeit auf, je wärmer sie ist. Nun sind die herbstlichen Temperaturen draußen in einem mittleren Bereich, den wir tagsüber notfalls auch für unser Bad dulden, also um die 16 Grad. Es kann daher gut passieren, dass wir unser Bad brav ganz lang lüften und die Temparatur dabei dauerhaft auf denselben Wert absinken lassen wie draußen. Wenn dort zugleich herbstlich hohe Luftfeuchtigkeit oder sogar Nebel herrscht, dann haben wir die gleiche relative Luftfeuchtigkeit innen. Die kann derzeit spielend über 70% betragen - was ausreicht, damit der Pinsel nur noch sehr, sehr langsam trocknet und dauerhaft ein schimmelfreundliches Klima behält.
Demnächst, wenn es draußen kälter wird, ändert sich die Situation wieder. Wir lüften dann nur noch kurz und heizen unser Bad auf höhere Temperaturen auf als draußen herrschen. Dann kommt kalte Luft mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit hinein; diese enthält aber absolut recht wenig Wasser, eben weil sie kalt ist. Wird sie erwärmt, dann kann sie viel mehr Wasser aufnehmen und die relative Luftfeuchte sinkt. Den Pinsel freut es, weil er dann schneller trocknet.
Was machen wir in der Zwischenzeit? Richtig: einen Zweit- oder Drittpinsel beschaffen und im Wechsel benutzen. So rationalisiert man einen Kauf, den man ohnehin tätigen wollte. Ich habe mich für diesen hier entschieden.
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Jetzt könntest du mein Rasier-Buch lesen, weil dort noch viel mehr über Pinseltrocknung steht.
Vielleicht daran, dass man nicht so einfach merkt, wieviel Feuchtigkeit noch im Pinsel steckt und man sich einfach die Feuchtigkeit nur einbildet, weil man genauer hinsieht als sonst? Das könnte sein, aber ich habe eine Feinwaage im Bad stehen (ja, ich weiß, du bist nicht der erste, der darüber lacht). Damit kann ich solchen Dingen auf den Grund gehen und kann versichern: Mein Pinsel war erst nach zwei Tagen so trocken wie sonst nach einem, und ganz trocken war er auch nach drei Tagen nicht. Ein Wahrnehmungsfehler war das also nicht.
Schütteln wir unsere Pinsel nach der Zeitumstellung schlampiger aus, weil unsere Routine unterbrochen wurde? Unwahrscheinlich. Die viel plausiblere Erklärung ist das Wetter.
Luft nimmt umso mehr Feuchtigkeit auf, je wärmer sie ist. Nun sind die herbstlichen Temperaturen draußen in einem mittleren Bereich, den wir tagsüber notfalls auch für unser Bad dulden, also um die 16 Grad. Es kann daher gut passieren, dass wir unser Bad brav ganz lang lüften und die Temparatur dabei dauerhaft auf denselben Wert absinken lassen wie draußen. Wenn dort zugleich herbstlich hohe Luftfeuchtigkeit oder sogar Nebel herrscht, dann haben wir die gleiche relative Luftfeuchtigkeit innen. Die kann derzeit spielend über 70% betragen - was ausreicht, damit der Pinsel nur noch sehr, sehr langsam trocknet und dauerhaft ein schimmelfreundliches Klima behält.
Demnächst, wenn es draußen kälter wird, ändert sich die Situation wieder. Wir lüften dann nur noch kurz und heizen unser Bad auf höhere Temperaturen auf als draußen herrschen. Dann kommt kalte Luft mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit hinein; diese enthält aber absolut recht wenig Wasser, eben weil sie kalt ist. Wird sie erwärmt, dann kann sie viel mehr Wasser aufnehmen und die relative Luftfeuchte sinkt. Den Pinsel freut es, weil er dann schneller trocknet.
Was machen wir in der Zwischenzeit? Richtig: einen Zweit- oder Drittpinsel beschaffen und im Wechsel benutzen. So rationalisiert man einen Kauf, den man ohnehin tätigen wollte. Ich habe mich für diesen hier entschieden.
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Jetzt könntest du mein Rasier-Buch lesen, weil dort noch viel mehr über Pinseltrocknung steht.
Donnerstag, 3. November 2016
Heute mal nicht zum Rasieren, sondern zum Essen: Erdnussbutter
Ich plädiere in meinem Blog regelmäßig für natürliche Zutaten auf der Haut. Nicht so sehr aus Öko-Gründen, sondern einfach weil es besser riecht. Wenn man das erst einmal auf dem Radar hat, dann fällt die Unnatürlichkeit auch an allen möglichen anderen Stellen auf. Zum Beispiel bei Erdnussbutter.
Wir essen in Deutschland nicht so viel davon, aber wenn wir es tun, dann lassen wir uns meist mit ziemlich minderwertigem Industrie-Food abspeisen. Deshalb war ich mehr als glücklich, die Meridian Erdnussbutter gefunden zu haben, die wirklich natürlich ist, mit erkennbaren Erdnussstückchen und ungesalzen. Auf einmal vesteht man, wieso man in anderen Ländern so viel mehr davon verbraucht. Und das keineswegs nur als Brotaufstrich, sondern als Zutat für alle möglichen Speisen.
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Kauf dir diese Erdnussbutter, damit du genug Kraft hast, mein Rasier-Buch als E-Book zu lesen.
Mittwoch, 2. November 2016
Rasierhobel drehen oder nicht?
Die klassischen Klingen des Rasierhobels haben zwei Schneiden. In welcher Reihenfolge sollten sie benutzt werden?
Vermutlich haben sich zu dieser Frage nur ca. 1% der Männer jemals Gedanken gemacht. (Auf diesen Zahlenwert komme ich durch die einfache Überlegung, dass 90% der Männer noch nie einen Rasierhobel in der Hand hatten und von den anderen nur 10% auf die Frage gestoßen sind, wie oft man seinen Hobel drehen sollte.)
Es gibt aber eine traditionelle Antwort: Man mache einen oder zwei Züge mit einer Schneide, drehe den Hobel dann auf die andere Seite, mache weitere ein oder zwei Züge und spüle den Schaum von beiden Seiten ab. Dann geht es genauso weiter, bis man fertig rasiert ist. Auf diese Weise braucht man nur seltener den Schaum abzuspülen als wenn man nur eine Schneide benutzen würde, und es nutzen sich beide Schneiden etwa gleich schnell ab.
Wer mein Buch übers Rasieren gelesen hat, der weiß, dass ich das sehr oft anders handhabe. Ich benutze erst nur eine Seite der Klinge und warte, bis sie abgenutzt ist. Ab da, also nach ein paar Tagen, verwende ich nur noch die zweite Seite.
Was zu einer offensichtlichen Folgefrage führt: Ist es nicht völlig egal, in welcher Reihenfolge man die Schneiden abnutzt? Im Prinzip schon, aber das eigene Verhalten kann sich ändern. Weißt du genau, wann eine Klinge abgenutzt ist? Tatsächlich lässt sich das sehr schwer beantworten, solange man keinen Vergleich hat. Den aber hat man, wenn man erst die eine Schneide seiner Klinge aufbraucht und dann die zweite, bisher noch unbenutzte Schneide anfängt. Man merkt dann recht genau den Unterschied. Wenn man sich an einem Tag nicht sicher ist, ob die erste Seite noch scharf ist oder nicht, dann dreht man die Klinge einmal um und spürt genau, was los ist.
Natürlich braucht man das nicht bei den Klingen zu machen, die man seit Jahren kennt und täglich nutzt. Aber es hilft enorm, wenn man neue Klingen ausprobieren und richtig kennenlernen will. Außerdem hat man zweimal pro Klinge das wohlige Gefühl, eine neue Schneide anfangen zu können.
Nerdig? Klar. Aber wer schreibt und liest sonst schon einen Rasierblog?
Vermutlich diejenigen, die auch gern ein ganzes Buch übers Rasieren lesen möchten.
Vermutlich haben sich zu dieser Frage nur ca. 1% der Männer jemals Gedanken gemacht. (Auf diesen Zahlenwert komme ich durch die einfache Überlegung, dass 90% der Männer noch nie einen Rasierhobel in der Hand hatten und von den anderen nur 10% auf die Frage gestoßen sind, wie oft man seinen Hobel drehen sollte.)
Es gibt aber eine traditionelle Antwort: Man mache einen oder zwei Züge mit einer Schneide, drehe den Hobel dann auf die andere Seite, mache weitere ein oder zwei Züge und spüle den Schaum von beiden Seiten ab. Dann geht es genauso weiter, bis man fertig rasiert ist. Auf diese Weise braucht man nur seltener den Schaum abzuspülen als wenn man nur eine Schneide benutzen würde, und es nutzen sich beide Schneiden etwa gleich schnell ab.
Wer mein Buch übers Rasieren gelesen hat, der weiß, dass ich das sehr oft anders handhabe. Ich benutze erst nur eine Seite der Klinge und warte, bis sie abgenutzt ist. Ab da, also nach ein paar Tagen, verwende ich nur noch die zweite Seite.
Was zu einer offensichtlichen Folgefrage führt: Ist es nicht völlig egal, in welcher Reihenfolge man die Schneiden abnutzt? Im Prinzip schon, aber das eigene Verhalten kann sich ändern. Weißt du genau, wann eine Klinge abgenutzt ist? Tatsächlich lässt sich das sehr schwer beantworten, solange man keinen Vergleich hat. Den aber hat man, wenn man erst die eine Schneide seiner Klinge aufbraucht und dann die zweite, bisher noch unbenutzte Schneide anfängt. Man merkt dann recht genau den Unterschied. Wenn man sich an einem Tag nicht sicher ist, ob die erste Seite noch scharf ist oder nicht, dann dreht man die Klinge einmal um und spürt genau, was los ist.
Natürlich braucht man das nicht bei den Klingen zu machen, die man seit Jahren kennt und täglich nutzt. Aber es hilft enorm, wenn man neue Klingen ausprobieren und richtig kennenlernen will. Außerdem hat man zweimal pro Klinge das wohlige Gefühl, eine neue Schneide anfangen zu können.
Nerdig? Klar. Aber wer schreibt und liest sonst schon einen Rasierblog?
Vermutlich diejenigen, die auch gern ein ganzes Buch übers Rasieren lesen möchten.
Sonntag, 30. Oktober 2016
Mühle Rasiercreme Sandelholz
Eine Woche mit der Mühle Sandelholz-Rasiercreme ist um. Hier meine Erfahrungen.
Duft: Ich habe ja schon vor einigen Tagen berichtet, dass der erste Eindruck nicht so genial war. Dass es um Sandelholz gehen soll, erahnt man noch, aber darüber gibt es eine Schicht Allerweltsgeruch, völlig ohne die sanfte Natürlichkeit, die die Creme vor einigen Jahren noch hatte. Auch nach einer Woche bleibe ich dabei: Das ist nicht mein Ding. Der Duft ist inzwischen zu sehr an die künstlichen Drogeriedüfte angenähert, an die wir uns in den letzten Jahrzehnten künstlicher Duftstoffe gewöhnen mussten.
Schaumfreudigkeit: Der Schaum ist alles andere als üppig und bleibt flach. Das muss nicht schlecht sein, macht aber weniger Spaß als die kräftig schäumenden Cremes. Die Mühle Rasiercreme ist auch nicht besonders ergiebig, weil man ständig geneigt ist, mehr Creme zu nehmen, um doch noch ein Bisschen Volumen zu sehen. Aber selbst ohne diese Effekt braucht man mehr davon als von anderen Cremes.
Pinselfestigkeit: Am besten hat es bei mir mit einem harten oder mittelfesten Pinsel funktioniert, allerdings gilt das für die meisten Cremes und ist daher vielleicht eher meine eigene Präferenz als eine Notwendigkeit der Rasiercreme. Bei einem weichen Pinsel entsteht mit der Mühle-Creme einfach zu wenig Schaum, sodass fast alles im Inneren verschwindet und man ständig damit beschäftigt ist, doch noch ein wenig Schaum herauszudrücken. Normalerweise ist dort ja der beste Schaum anzutreffen, aber hier ist es mir einfach zu wenig für diese Technik.
Kaufe ich sie wieder? Nein. Ich weiß noch nicht einmal, wie ich diese Tube jemals leer bekommen soll. Ich fürchte, sie wird auf meinem Rasierfriedhof landen und dann in vielen Jahren für einen Test der Haltbarkeit wieder ausgepackt werden.
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Duft: Ich habe ja schon vor einigen Tagen berichtet, dass der erste Eindruck nicht so genial war. Dass es um Sandelholz gehen soll, erahnt man noch, aber darüber gibt es eine Schicht Allerweltsgeruch, völlig ohne die sanfte Natürlichkeit, die die Creme vor einigen Jahren noch hatte. Auch nach einer Woche bleibe ich dabei: Das ist nicht mein Ding. Der Duft ist inzwischen zu sehr an die künstlichen Drogeriedüfte angenähert, an die wir uns in den letzten Jahrzehnten künstlicher Duftstoffe gewöhnen mussten.
Schaumfreudigkeit: Der Schaum ist alles andere als üppig und bleibt flach. Das muss nicht schlecht sein, macht aber weniger Spaß als die kräftig schäumenden Cremes. Die Mühle Rasiercreme ist auch nicht besonders ergiebig, weil man ständig geneigt ist, mehr Creme zu nehmen, um doch noch ein Bisschen Volumen zu sehen. Aber selbst ohne diese Effekt braucht man mehr davon als von anderen Cremes.
Pinselfestigkeit: Am besten hat es bei mir mit einem harten oder mittelfesten Pinsel funktioniert, allerdings gilt das für die meisten Cremes und ist daher vielleicht eher meine eigene Präferenz als eine Notwendigkeit der Rasiercreme. Bei einem weichen Pinsel entsteht mit der Mühle-Creme einfach zu wenig Schaum, sodass fast alles im Inneren verschwindet und man ständig damit beschäftigt ist, doch noch ein wenig Schaum herauszudrücken. Normalerweise ist dort ja der beste Schaum anzutreffen, aber hier ist es mir einfach zu wenig für diese Technik.
Kaufe ich sie wieder? Nein. Ich weiß noch nicht einmal, wie ich diese Tube jemals leer bekommen soll. Ich fürchte, sie wird auf meinem Rasierfriedhof landen und dann in vielen Jahren für einen Test der Haltbarkeit wieder ausgepackt werden.
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In meinem Rasier-Buch steht noch viel mehr über Rasiercreme.
Samstag, 29. Oktober 2016
Die letzten Rotbart-Klingen
Die klassische Markenklinge seit 50 Jahren. Und jetzt ist sie weg.
Procter & Gamble hat es wohl noch einmal versucht, aber dann vor ein paar Jahren den Stecker gezogen. Auf dem Bild sieht man die letzte mir bekannte Verpackung der Rotbart-Klinge, die wohl noch einmal das Altmodische betonen sollte und sich an die ursprünglichen Pappschächtelchen angelehnt hat, in denen die Klingen schon vor Jahrzehnten verkauft wurden.
Das war eigentlich schon nicht mehr stilgerecht, denn seit ich denken kann, gab es die Rotbart immer in den praktischen Spendern, erst aus Metall, später aus Kunststoff. Das wirkte aber im neuen Jahrtausend auf einmal weder altmodisch genug noch modern genug, sodass es wohl noch einmal mit der Pappverpackung probiert wurde. Die hat natürlich den Nachteil, sich im Kulturbeutel aufzulösen. Aber die Klingen waren dennoch immer noch meine Lieblingsklingen.
Jetzt sind sie weg, was wirklich betrüblich ist. Man kann noch Restebestände kaufen, aber das wird wohl bald aufhören. Ich habe noch einen kleinen Vorrat und werde diese Klingen verwenden wie einen guten Wein.
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In meinem Rasier-Buch steht, warum diese Klinge so toll ist.
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